Dipl.-Bauingenieur

Von der Handwerkskammer zu Leipzig öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger

für das Straßenbauer-, Maurer- und Betonbauerhandwerk; für das Estrich-, Fliesen-, Platten- und
Mosaiklegerhandwerk sowie für das Holz- und Bautenschutzgewerbe; Teilgebiet: Bautenschutz

Beratender Ingenieur - Gutachter - GTÜ-BAU Servicepartner Raum Leipzig - Halle - Mitteldeutschland


Mitglied des Arbeitskreises Abdichtung im Bundesverband Estrich und Belag (BEB)
Obmann des Arbeitskreises Abdichtung im Bundesverband Estrich und Belag (BEB)

Bauwerksabdichtung

Bauwerksabdichtung bezeichnet das Abdichten eines Bauwerks gegen Feuchtigkeit.
Dazu zählen alle Maßnahmen, die deren schädigenden Einfluss auf die Bausubstanz und die Nutzbarkeit verhindern sollen. Umgangssprachlich wird dabei vereinzelt auch von Isolierung gesprochen,
fachsprachlich korrekt in Deutschland allerdings von Abdichtung.
Bauwerksabdichtung bezeichnet nicht die Wärmedämmung von Gebäuden,
steht mit dieser im Rahmen von Baukonstruktion und Bauphysik jedoch in engem Zusammenhang.

Wasserdichte Rohrdurchführungen

Die neuartige Vorrichtung zum Abdichten einer durch eine Bauwerkswand hindurchgeführten Rohrleitung soll Hochwasserschäden an Häusern verhindern.

Die Vorrichtung ist DIN-gerecht, wartungsfrei und kostengünstig. Wenn Sie sich für diese Art der Rohrdurchführung entscheiden, sparen Sie nicht nur Geld, sondern auch Ärger.


Mit dem Modell präsentieren die Partner ihre Erfindung auch auf Messen: Rudolf Zindler, Carsten Iwan und Hans-Joachim Kietz (v.l.)
Ärger hätten sich die Betroffenen eines Schadenfalls im Leipziger Stadtteil Paunsdorf gern erspart. Hier bereiteten undichte Rohrdurchführungen immer wieder Probleme. Das Problem lag bei den Verschraubungen der Durchführungen mit der verwendeten Abdichtung an der äußeren Seitenwand. Wenn die Zugkraft des Grundwassers zu stark auf diese Stellen wirkte, sickerte Wasser hindurch. Im Herbst 2002 wurde Dipl.-Bauing. Carsten Iwan als Sachverständiger hinzugezogen. Er sollte in dem Sanierungsvorschlag ein gutes Alternativprodukt angeben. Aber es gab keins.

So wurde Ende Januar 2003 die Idee der neuen Vorrichtung geboren. Das Prinzip ist simpel: Die Rohrdurchführung besteht aus zwei ineinander geschobenen Faserbetonrohren unterschiedlichen Durchmessers, die mit einem Epoxidharz auf der ganzen Länge fest miteinander verklebt werden.
So wird die Wasserundurchlässigkeit der Rohrdurchführung gesichert. Zum einem dadurch, dass zwei Rohre verwendet werden, die ein doppelwandiges System bilden. Zum anderen durch das Epoxidharz, das die ganze Vorrichtung zu sätzlich abdichtet. Die Flansche der beiden Rohre, die sich an der Wand fixieren, sitzen dabei parallel auf der Bauwerkswand auf. So ist die Formschlüssigkeit der Rohrdurchführung mit der Wand garantiert, und die Konstruktion ist fest verankert. Im Innenrohr gibt es zusätzlich eine handelsübliche Losflanschkonstruktion, die das Rohr, das durch die Wand führen soll, fixiert und abdichtet.


Abgedichtet wird die Rohrdurchführung mit einer speziellen Bitumendickbeschichtung. Hier ist der verwendete Faserbeton von Vorteil. Im Gegensatz zum bisherüblichen Edelstahl verbindet sich das Material sehr gut mit der Abdichtung, so dass zusätzliche Verschraubungen nicht mehr notwendig sind. Bei bisherigen Konstruktionen hatte das häufig zu einer Beschädigung der Abdichtung und somit zu Mängeln geführt - wie auch in Paunsdorf. Faserbeton ist in sich bereits wasserundurchlässig, und auf Grund seiner Beschaffenheit lässt er sich dünnschichtig verarbeiten, bleibt dabei aber äußerst stabil. Der Prototyp der Vorrichtung, für die Carsten Iwan einen Gebrauchsmusterschutz besitzt, wurde im Frühsommer 2003 in Paunsdorf eingebaut. Seitdem wurden in Sachsen und Sachsen-Anhalt 22 Rohrdurchführungen dieser Art eingesetzt.

Gefertigt werden sie von einem Leipziger Handwerksbetrieb. Als Mitglied der Bauinnung hat sich Carsten Iwan in den eigenen Reihen umgeschaut. So kam er auf Dipl.-Ing. Rudolf Zindler, dessen Firma hauptsächlich Betonstein und Terrazzo verarbeitet. Noch werden etwa 100 Stück im Monat produziert. Doch der tatsächliche Bedarf ist größer. Aber es dauert eben eine Weile, bis sich die Erfindung herumgesprochen hat.
Die Firma Dipl.-Ing. Hans-Joachim Kietz, übernimmt den Vertrieb der Konstruktion (KMB DFD200), die auch in einer Prüfung die Gesellschaft für Materialforschung und Prüfungsanstalt für das Bauwesen (MFPA) Leipzig überzeugen konnte. Zwei Wochen lang hielt die Konstruktion einem Druck vergleichbar mit der Wassermasse eines 7,5 Meter hohen Staudamms stand. Damit hat die Prüfung gezeigt, dass die Vorrichtung zweieinhalbmal so gut ist wie nötig.